WZ 2025 im KYC: Branchenklassifizierung für Banken und Versicherer
Im KYC-Prozess von Banken und Versicherern ist die WZ 2025 die maßgebliche Systematik, um die Branche eines Geschäftspartners festzuhalten. Der Branchencode ist Teil des Kundenprofils, das Verpflichtete nach dem Geldwäschegesetz erheben und laufend überwachen müssen, und er fließt in die Risikobewertung ein. Dieser Artikel erklärt, wo der WZ-Code in KYC und AML wirkt, welche Branchen als risikoträchtiger gelten und wie sich die Zuordnung nach WZ 2025 automatisieren lässt.
WZ 2025 im KYC: worum es geht
KYC steht für „Know Your Customer" und bezeichnet die Sorgfaltspflichten, mit denen Banken, Versicherer, Zahlungsdienstleister und andere Verpflichtete ihre Geschäftspartner identifizieren und einordnen. AML („Anti-Money-Laundering") ist das übergeordnete Ziel: die Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Rechtsgrundlage in Deutschland ist das Geldwäschegesetz (GwG), das die europäischen Vorgaben umsetzt.
Zu einem vollständigen Kundenprofil gehört die Geschäftstätigkeit des Vertragspartners. Nach § 10 Abs. 1 GwG müssen Verpflichtete den Zweck und die angestrebte Art der Geschäftsbeziehung bewerten und die Beziehung kontinuierlich überwachen. Welcher Wirtschaftszweig dahintersteht, wird dabei in aller Regel als Code nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige gespeichert. Seit die WZ 2025 die WZ 2008 abgelöst hat, ist die WZ 2025 die maßgebliche Systematik für diese Branchenzuordnung. Was die neue Klassifikation ausmacht, fasst der Überblick WZ 2025 im Überblick zusammen.
Wo der Branchencode in die Risikobewertung einfließt
Das GwG folgt einem risikobasierten Ansatz: Umfang und Tiefe der Sorgfaltspflichten richten sich nach dem Risiko der einzelnen Geschäftsbeziehung. Die Branche ist einer der Faktoren, die in diese Risikoklassifizierung eingehen, denn sie bestimmt mit, welches Transaktionsverhalten plausibel ist und wie anfällig ein Geschäftsmodell für Geldwäsche gilt. An diesen Stellen wird der WZ-2025-Code konkret gebraucht:
- Onboarding: Beim Aufnehmen eines neuen Kunden wird der Unternehmensgegenstand klassifiziert und als WZ-Code in den Stammdaten hinterlegt.
- Risikoklassifizierung: Der Branchencode ist ein Eingangsfaktor für die Einstufung in eine Risikoklasse und steuert damit die Intensität der Prüfung.
- Laufende Überwachung: Ändert sich die Geschäftstätigkeit, ändert sich der Code. Die kontinuierliche Überwachung nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG hält beides aktuell.
- Reporting: Aufsichtsrechtliches und internes Reporting gruppiert Portfolios nach Wirtschaftszweigen, etwa für Risikoberichte und Meldungen.
Wie die turnusmäßige Aktualisierung dieser Daten abläuft und warum sie das ideale Fenster für die Umstellung auf WZ 2025 ist, behandelt der Artikel KYC-Rezertifizierung: WZ-Codes automatisiert prüfen und aktualisieren.
Branchen mit erhöhtem Geldwäscherisiko
Anlage 2 des Geldwäschegesetzes nennt Faktoren für ein potenziell höheres Risiko. Dazu zählen unter anderem bargeldintensive Geschäfte. In der aufsichtsrechtlichen Praxis und der Fachliteratur werden einige Branchen regelmäßig mit einem erhöhten Geldwäscherisiko in Verbindung gebracht. Die folgende Tabelle zeigt Beispiele samt zugehöriger WZ-2025-Codes. Sie ist keine abschließende Aufzählung und ersetzt keine institutseigene Risikoanalyse.
| Branche (Beispiel) | WZ 2025 | Typischer Risikofaktor |
|---|---|---|
| Online-Glücksspiele und -Wetten | 92.00.3 | Anonymität, schnelle Geldflüsse |
| Spielhallen und Glücksspielautomaten | 92.00.1 | bargeldintensiv |
| Restaurants und Gastronomie | 56.11.1 | bargeldintensiv |
| Einzelhandel mit Uhren und Schmuck | 47.77.0 | hoher Warenwert, Bargeld |
| Handel mit Antiquitäten | 47.79.1 | schwer bewertbare Güter |
| Kauf und Verkauf eigener Immobilien | 68.11.1 | hohe Transaktionsvolumina |
Voraussetzung für jede solche Einstufung ist ein korrekter Branchencode. Wird ein Unternehmen falsch klassifiziert, greift die falsche Risikoklasse, und die Sorgfaltspflichten passen nicht zum tatsächlichen Risiko. Wie sich der passende Code aus einer Tätigkeitsbeschreibung ermitteln lässt, zeigt der Artikel WZ-Code ermitteln. Ein Sonderfall im regulierten Umfeld ist das Factoring, das selbst zu den Verpflichteten nach dem GwG zählt.
Warum WZ-2008-Codes im Bestand zum Problem werden
Die meisten KYC-Bestände tragen noch Branchencodes nach WZ 2008. Für Bezugszeiträume ab dem 1. Januar 2025 gilt jedoch die WZ 2025, die der europäischen NACE Rev. 2.1 folgt und einzelne Zuschnitte neu geordnet hat. Ein Teil der alten Codes lässt sich deshalb nicht 1:1 übertragen: Wo eine WZ-2008-Klasse aufgeteilt wurde, entscheidet die tatsächliche Tätigkeit, welcher WZ-2025-Code passt.
Für Compliance-Teams bedeutet das ein doppeltes Risiko. Ein veralteter Code führt zu inkonsistenten Kundenprofilen und erschwert jede Auswertung, die auf WZ 2025 aufsetzt. Ein falsch übertragener Code kann eine falsche Risikoklasse nach sich ziehen. Die amtlichen Umsteigeschlüssel und den richtigen Umgang mit mehrdeutigen Fällen erklärt der Leitfaden WZ 2008 auf WZ 2025 umschlüsseln.
WZ 2025 KYC automatisieren: Onboarding und laufende Überwachung
Bei einigen tausend Kunden pro Portfolio ist die manuelle Zuordnung in Tabellen nicht praktikabel. Die WZ 2025 API deckt beide relevanten Fälle maschinell ab. Sie klassifiziert eine freie Unternehmensbeschreibung oder den Unternehmensgegenstand direkt in den passenden WZ-2025-Code, und sie übersetzt einen vorhandenen WZ-2008-Code in seine WZ-2025-Entsprechung. Im Onboarding sieht der Aufruf so aus:
// Onboarding: Unternehmensgegenstand in einen WZ-2025-Code klassifizieren
const resp = await fetch('https://www.wz2025.io/api/', {
method: 'POST',
headers: { 'Content-Type': 'application/json', 'x-api-key': '<token>' },
body: JSON.stringify({
query: 'Betrieb einer Online-Plattform für Sportwetten',
}),
});
const data = await resp.json();
// data.code => "92.00.3" (Online-Glücksspiele und -Wetten)
// data.text => Bezeichnung der WZ-2025-KlasseFür die laufende Überwachung eignet sich ein Batch-Lauf über den fälligen Teilbestand: vorhandene WZ-2008-Codes übersetzen, fehlende aus dem Unternehmensgegenstand klassifizieren und das Ergebnis samt Datum in den Stammdaten dokumentieren. Endpunkt, Authentifizierung und Response-Format beschreibt der Artikel WZ 2025 API integrieren. Wer ohne eigenen Code arbeiten möchte, findet in Mit n8n die WZ 2025 API abfragen eine Anleitung für den Workflow-Baukasten. Einen API-Key für den produktiven Einsatz gibt es auf der Startseite.
Häufige Fragen zu WZ 2025 im KYC
- Was hat die WZ 2025 mit KYC zu tun?
- Die Branche eines Geschäftspartners ist Teil des Kundenprofils, das Verpflichtete nach dem Geldwäschegesetz erheben und laufend überwachen müssen. Erfasst wird sie in der Regel als Code der Klassifikation der Wirtschaftszweige. Seit die WZ 2025 die WZ 2008 abgelöst hat, ist die WZ 2025 die maßgebliche Systematik für diese Branchenzuordnung im KYC-Prozess.
- Welche Branchen gelten im AML-Kontext als risikoträchtig?
- Anlage 2 des Geldwäschegesetzes nennt Faktoren für ein potenziell höheres Risiko, darunter bargeldintensive Geschäfte. In der Praxis werden häufig Glücksspiel, Gastronomie, der Handel mit Edelmetallen und Schmuck, der Kunst- und Antiquitätenhandel sowie Teile der Immobilienwirtschaft genannt. Das sind Beispiele, keine abschließende Liste. Maßgeblich bleibt die eigene, dokumentierte Risikoanalyse des Instituts.
- Muss ich WZ-2008-Codes im Kundenbestand auf WZ 2025 umstellen?
- Bestehende WZ-2008-Codes sind mit der Einführung der WZ 2025 formal veraltet, und ein Teil lässt sich nicht 1:1 übertragen. Für konsistente Kundenprofile und korrekte statistische Meldungen sollten die Codes auf WZ 2025 gehoben werden. Der turnusmäßige KYC-Aktualisierungslauf ist dafür der natürliche Zeitpunkt.
- Wie lässt sich die WZ-2025-Klassifizierung im KYC-Prozess automatisieren?
- Die WZ 2025 API klassifiziert eine freie Unternehmensbeschreibung oder den Unternehmensgegenstand direkt in den passenden WZ-2025-Code und übersetzt vorhandene WZ-2008-Codes in ihre WZ-2025-Entsprechung. Beide Funktionen lassen sich im Onboarding und in Batch-Läufen der laufenden Überwachung einbinden.
- Ersetzt die automatische Klassifizierung die eigene Risikobewertung?
- Nein. Die API liefert den passenden WZ-2025-Code für eine Tätigkeit. Wie dieser Code in die Risikoklassifizierung einfließt und welche Sorgfaltspflichten daraus folgen, entscheidet das Institut anhand seiner eigenen Risikoanalyse und der aufsichtsrechtlichen Vorgaben.